Myanmar

Work in Progress

  • 16. Januar 2014

Nach einem halben Jahrhundert der Isolation kam die Öffnung plötzlich und wohl selbst auch für viele Burmesen etwas unerwartet. Myanmar wirkt auf uns jedenfalls wie eine riesige geistige Baustelle. Die Diktatur hat in der Vergangenheit alles Potenzial erstickt, deshalb erscheinen die neuen Möglichkeiten nun grenzenlos. Junge Erwachsene erzählen uns auf einer langen Busfahrt von ihren Zukunftserwartungen: So zu werden wie die übrige Welt. Das heisst in etwa: Jeans statt Longyi für die Jungs. Anti-Aging-Energy-Q10plus-Gesichtscreme statt Thanaka für die Mädchen.

Doch ob es mit den Demoktratiebemühungen ernst gemeint ist, glauben längst nicht alle. Hat das Militär bloss seine Uniform abgelegt? Im Moment dürfen die Burmesen zwar diskutieren ohne Angst vor einer Verhaftung zu haben. Es wird toleriert, doch eigentlich sind noch immer die Gesetzte der Militärjunta aktiv. In Myanmar gab es bisher nur Wochenzeitungen, da alle Artikel zuerst der Zensurbehörde vorgelegt werden mussten – und das konnte dauern. So experimentieren die Burmesen erst seit ein paar Monaten mit dem Medium Tageszeitung. Darin finden wir teils unterhaltsame Artikel (ja einige sind sogar in Englisch!). Da geht es beispielsweise um den höchsten Berg von Myanmar. Also das ist er jetzt eben nicht mehr, weil ein anderer offenbar noch höher sein soll. Das haben Bergsteiger und Wissenschaftler jedenfalls diesen Sommer gemessen. Doch der Journalist gibt zu bedenken, dass die Burmesen eigentlich ganz glücklich mit ihrem bisherigen „höchsten Berg“ waren. So haben es schliesslich auch die Schüler gelernt und wenn man das nun ändern würde, gäbe es doch ein riesiges Durcheinander. Die Erstbesteigung war übrigens 1996 und auch mittelfristig wird er wohl die Massen nicht anziehen. Vom letzten Aussenposten der Zivilisation im hohen Norden von Myanmar bis zum Basislager ist man gut 4 Wochen unterwegs.

Bis dahin haben wir es nicht geschafft, obwohl wir auch 28 Tage unterwegs waren. 28 Tage – so lange ist ein Besuchervisa in Myanmar gültig. 28 Tage lang haben wir spannende, abenteuerliche, eindrückliche und auch schreckliche Erfahrungen gesammelt. 28 Tage sind nun vorbei. Goodbye Myanmar!

5 Comments on Work in Progress

  • Kurt says:
    17. Januar 2014 at 06:47

    Und einmal mehr bin ich von eurem Reisebericht und den fantastischen Bildern fasziniert.
    Gruss Kurt

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  • Roman says:
    21. Januar 2014 at 23:56

    seh ich erst jetzt, auf dem lastwagenbild hat doris bereits platz genommen 🙂 war ziemlich voll!? crazy

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    • the fulltime-bohemians says:
      22. Januar 2014 at 06:12

      Ja, isch ziiiemlech vou gsi – Mir hei mau über 60 Lüt zeut + no es paar wiiteri ufem Dach…

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    • the fulltime-bohemians says:
      2. Februar 2014 at 09:11

      ziiiemmmlich voll ja. wir zählten mal etwas über 60 Personen auf der Ladefläche + eine unbestimmte Anzahl an Burmesen auf dem Dach 😉

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